Infocenter: Neue Hausarztpraxis mit einzigartigem Angebot

Direkter Bezug von Medikamenten - rund um die Uhr

Das «Vitasphère Gesundheitszentrum», das am 1. Juni mitten in Oensingen eröffnet wurde, ermöglicht PatientInnen mit dem ersten in der Schweiz installierten „Medicomaten“ den direkten Bezug von Medikamenten rund um die Uhr. Die digitalisierte Hausarztpraxis schliesst zudem die drohende Lücke in der medizinischen Versorgung im Raum Oensingen.

Mehr Zeit für Patienten dank Digitalisierung

Am 1. Juni nahm das neue „Vitasphère Gesundheitszentrum“ seinen Betrieb auf. Vorerst wird mit einem Arzt gestartet, längerfristig sollen es vier bis fünf Ärztinnen und Ärzte werden, die in den insgesamt acht Behandlungszimmern PatientInnen betreuen können. Und diese erwartet eine Praxis, die mit einigen Besonderheiten und Neuerungen, wie dem ersten in der Schweiz installierten „Medicomaten“ den geänderten Bedürfnissen und Tagesrhythmen der Bevölkerung Rechnung trägt. Das Gesundheitszentrum ist zudem eine digitalisierte Hausarztpraxis.

Was aber heisst das konkret? Sitzen die PatientInnen nur noch einem Computer oder Roboter gegenüber? „Mit Sicherheit nicht, im Gegenteil“, lacht der Leitende Arzt Sebastian Stiebitz. Gleich vier Medizinische Praxisassistentinnen stehen bereit, um die PatientInnen persönlich zu empfangen. Dank der Digitalisierung werden aber die administrativen Abläufe effizient verkürzt. Dies geschieht jedoch alles im Hintergrund. Der Patient selber merkt erst im Behandlungszimmer etwas davon.

„Dank dieser Verschlankung der Abläufe können wir uns mehr Zeit nehmen für die Patienten und Patientinnen und ihre Anliegen.“

Vitasphère Gesundheitszentrum in Oensingen: (Von links) Andreas Baumann (Neurologe in Langenthal und Mitinitiant), Sebastian Stiebitz (leitender Arzt), Sabine Sterki, Noemi Rohner und Ibadete Dzemailji (MPAs) und Fabian Gloor (Gemeindepräsident Oensingen)
Vitasphère Gesundheitszentrum in Oensingen: (Von links) Andreas Baumann (Neurologe in Langenthal und Mitinitiant), Sebastian Stiebitz (leitender Arzt), Sabine Sterki, Noemi Rohner und Ibadete Dzemailji (MPAs) und Fabian Gloor (Gemeindepräsident Oensingen)

Mit Offenheit Vertrauen schaffen

Der Patient und sein Wohlbefinden: Genau das ist es, was beim Team rund um Sebastian Stiebitz im Zentrum der Tätigkeit steht und auch stehen soll. Dementsprechend wurde auch viel Wert auf eine natürliche Atmosphäre bei der Einrichtung des «Vitasphère Gesundheitszentrums», gelegt. Viel Holz und behagliche, warme Farbtöne schaffen eine persönliche Note. „Es ist mir enorm wichtig, den Patientinnen und Patienten mit Offenheit zu begegnen und eine Atmosphäre der Vertrautheit zu schaffen“, macht Sebastian Stiebitz deutlich. „Die offene Kommunikation mit den Menschen bereitet mir viel Freude und ist auch etwas, das mir, so glaube ich, sehr liegt.“ Für ihn ist es zentral, „für die Patienten und Patientinnen in schwierigen Lebenslagen da zu sein und sie so gut wie nur möglich zu unterstützen.“ 

Referenzpraxis für innovative Firmen

Doch auch im medizinischen Bereich zeichnet sich das Gesundheitszentrum durch innovative Produkte und Einrichtungen aus. „Wir haben eine enge und gute Kooperation mit führenden Firmen der Medizinalbranche und werden für sie eine  Referenzpraxis sein. Dadurch sind wir ein wichtiger Partner für die Firmen und profitieren wir von den neusten Innovationen. So gehören wir zu den ersten, die diese Produkte auch einsetzen können“, erklärt Sebastian Stiebitz. Der „Medicomat“ sei nur ein Beispiel dafür. Doch trotz der guten Beziehungen zu den Firmen ist das «Vitasphère Gesundheitszentrum» unabhängig „Unsere Hausarztpraxis ist komplett eigenständig ärztegeführt und gehört keinem Konzern an“, betont Sebastian Stiebitz. Wichtig ist ihm und seinem Team der interdisziplinäre Austausch durch die enge Zusammenarbeit mit den Spezialärzten der Umgebung aber auch mit den in unmittelbarer Nähe im Zentrum Leuenfeld Oensingen befindlichen Gesundheits-dienstleistern.

Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Solothurner Spitälern, insbesondere dem Kantonsspital Olten, wo Sebastian Stiebitz einen Teil seiner Ausbildung absolvierte. «Bereits während der Planungs- und Realisationsphase bestand ein reger Austausch mit der Spitaldirektion, damit die Vernetzung mit dem stationären Bereich reibungslos funktioniert». Und hier kommt der Nutzen der Digitalisierung voll zum Tragen. Die Patientendossiers und Röntgenbilder sind jederzeit verfügbar. Dadurch können für die Weiterbehandlung notwendige Informationen schnell übermittelt werden.

„Das ist das Zukunftsmodell und wir sehen uns für die nächsten 10 bis 15 Jahre gewappnet.“

Noemi Rohner (Medizinische Praxisassistentin) demonstriert den «Medicomaten»
Noemi Rohner (Medizinische Praxisassistentin) demonstriert den «Medicomaten»

Medikamentenbezug rund um die Uhr

Das «Vitasphère Gesundheitszentrum» nahm den ersten «Medicomaten» in der Schweiz in Betrieb. Damit können PatientInnen rund um die Uhr auch ausserhalb der Praxis Öffnungszeiten Medikamente beziehen. Vom Prinzip her ist es fast so einfach, wie bei einem Getränkeautomaten, auch wenn die Technik, die dahintersteckt, hochkomplex ist (u.a. angeschlossener ROWA-Medikamentenrobotersystem und Synchronisation mit der Praxissoftware vitomed in Echtzeit). Die Patienten können ihr benötigtes Medikament telefonisch oder mittels E-Mail in der Hausarztpraxis anfordern. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erhält der Patient einen Türcode, um jederzeit durch die verschlossene Türe zum „Medicomaten“ zu gelangen und einen QR-Code, um das vorher vom Praxisteam gerüstete Medikament zu beziehen.

Durch das «Vieraugenprinzip» wird vorgängig sichergestellt, dass der richtige Patient das korrekte Medikament erhält. Die Ausgabe erfolgt computergesteuert durch den Medikamentenroboter aus dem klimatisierten Medikamentenlager im Keller. (Der „Medicomat“ steht nur Patienten der behandelnden Praxis zur Verfügung.)

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