Die clevere Allgemeinpraxis im Poschiavo
Wie bewältigt ein junger Allgemeinpraktiker die herausfordernde Situation, die sich durch seine periphere Praxis im südschweizerischen Puschlav ergibt?

Wie kann er die fachärztlichen, technologischen, administrativen Erwartungen erfüllen, die heute auch von der Bevölkerung in einem Bergtal gestellt werden? Diese Reportage zeigt, wie Dr. Cristian Raselli in seiner Doppelfunktion als Belegarzt im örtlichen Ospedale San Sisto in Poschiavo und als selbstständiger Allgemeinpraktiker durch Kooperationen und mittels Einsatz moderner Praxis-IT arbeitet. Es bedeutet für das italienischsprachige Tal mit seinen 4’700 Bewohnern eine glückliche Lösung, dass der einheimische Cristian Raselli ins Tal zurückgekehrt ist und die bisherige Hausarztpraxis von Dr. E. Bontognali zusammen mit den MPA übernehmen konnte. Umso mehr, als eine andere Hausärztin am Ort, Dr. Marianne Darmstadt, auch bald in Rente geht.
Digitalisierung und eingesetzte Technologien gestatten effizientes Arbeiten
Durch seine Ausbildung an verschiedenen Schweizer Spitälern, durch den Besuch eines FMH Praxis-Workshops und durch Empfehlung anderer Ärzte ist Dr. Cristian Raselli mit der Praxislösung vitomed in Kontakt gekommen. Im Zusammenhang mit einer möglichen Vertiefung der Zusammenarbeit unter den Puschlaver Ärzten hat Vitodata Berater Markus Reust vor Ort die Möglichkeiten einer vitomed Mandantenlösung und die Verbindung zum Rechenzentrum mit der Möglichkeit von dezentralen Praxisstandorten demonstriert. In der Folge werden sich die Hausärzte des Tales in den nächsten Jahren zu einem «centro medico» (Gruppenpraxis) zusammenschliessen und die ASP-Lösung einsetzen.

IT as a Service (ITaaS) – von der Maus bis zur Cloud sorglos
Dr. Raselli hat sich von Anfang an für die sogenannte ITaaS-Lösung der Vitodata AG entschieden. Die einfache, zukunftsgerichtete Erweiterbarkeit war ein wichtiges Entscheidungskriterium. Hard- und Software werden in diesem Fall gemietet und nicht gekauft. Vor allem liegt die Betreuung der gesamten System-Administration (Abwicklung der täglichen Datensicherung, Einspielen von Patches und Updates) und die Verantwortung für das sichere Funktionieren der drei Arbeitsplätze in der Verantwortung der Vitodata AG. Nötigenfalls kann dazu auch das Auswechseln eines Computers ohne Anwesenheit eines Technikers gehören. Der junge Arzt (verheiratet, drei Kinder) nutzt vitomed Mobile Access: Dies ermöglicht ihm, vitomed von zu Hause oder aus dem Spital zu starten und die Dateien seiner Patienten zu bearbeiten oder die digitalisierten Krankengeschichten im Spital mit den auswärtigen Spezialisten (zum Beispiel Onkologe und Radiologe) zu besprechen. Dies vereinfacht und professionalisiert den Informationsaustausch erheblich. Nebenbei: Die Mehrsprachigkeit von vitomed wird geschätzt, weil im Tal italienisch gesprochen wird.

Das Team wurde während zwei Tagen in der vitomed Anwendung geschult (ein Tag im Schulungszentrum der Vitodata AG, ein Tag in der Praxis in Poschiavo). Zudem prüft Raselli als Pilot-Praxis den Einsatz des neuen Moduls MedIndex Online (MIO). Für Medikamentensuche, Unverträglichkeitsprüfung, Stammdatenbewirtschaftung usw. muss dank dieser Lösung weniger Zeit aufgewendet werden (lesen Sie auch den separaten Blog-Eintrag zu diesem Thema). In den ersten Tagen mit vitomed wurde anfänglich regelmässig und später sporadisch der Service Desk der Vitodata AG genutzt; die MPA sind sehr zufrieden mit der Betreuung durch den Vitodata Hauptsitz.

Der Patient bleibt im Mittelpunkt
Dr. Raselli ist überzeugt, dass moderne Technologie Freiräume schafft für Gespräche mit Spezialisten und für die Behandlung der Patienten sowie einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Arztpraxis liefert. Er erachtet den persönlichen Kontakt im Belegarzt-Spital «Ospedale San Sisto» als ausserordentlich wichtig. Dort treffen sich die Ärzte der Talschaft monatlich zu einem «Doctors Lunch» und besprechen unter anderem Röntgenbilder mit einem auswärtigen Radiologen. Dr. C. Raselli ist vorwiegend in seiner eigenen Praxis tätig (8 – 12 und 14 – 18 Uhr) und absolviert von 13 – 14 Uhr im Spital die Visite seiner Patienten. Die Patientinnen und Patienten im Spital werden zusammen mit einer Spitalärztin betreut. Für den Notfalldienst steht er eine Woche je Monat auf Pikett (dieser Dienst wird unter den vier Ärzten des Tales aufgeteilt). Trotz seiner Mehrfachbelastung strahlt der junge Arzt Begeisterung für seinen Beruf aus und zeigt sich sehr offen gegenüber den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung in der Praxis.

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